Mittwoch, 24. Dezember 2014

Der Cleane Adventkalender ~ 24

Heute ist der 24. Dezember.

23 Türchen wurden bis heute geöffnet, und wir haben die Wohnung auf Hochglanz gebracht, viel entdeckt was wir nie wirklich sehen wollten, und jede Menge Grund, stolz auf uns zu sein.

Vielleicht haben wir einiges über uns selbst und unseren Lebensstil erfahren, vielleicht einiges über unsere eigenen Grenzen gelernt.

Vielleicht haben wir ab und zu ein wenig an unserer geistigen Gesundheit gezweifelt, und am Liebsten alles hingeschmissen und die Wollmaus Wollmaus sein lassen.

Vielleicht ist uns auch jetzt erst bewusst geworden, wie viele Dinge wir eigentlich besitzen, wie viel Raum wir bewohnen, wie viel wir unser Eigen nennen. Und wie viel Aufwand es darstellen kann, diesen Status aufrecht zu erhalten. Und haben uns vielleicht ab und zu gefragt: Brauche ich das eigentlich?

Vielleicht ist uns auch manchmal in den Sinn gekommen, wie gut es uns eigentlich geht. Was es nicht alles für Erfindungen gibt, die uns das Leben erleichtern. Was es für Dinge gibt, die uns erheitern, unterhalten, erfreuen.
Und:

Die Wäscheberge.
Die überquellenden Küchenschränke.
Die dutzend Türen und aberdutzend Fenster.
Die Schuhe die kaum mehr Platz finden im Schuhschrank.
Die vielen Waschgelegenheiten und sanitären Anlagen.
Die unzähligen Lampen und Elektrogeräte.
Und die vielen Möbelstücke, hier und da und überall.
Und die Betten mit ihren dicken, großen Matratzen und Decken.
Die Maschinen, Spielzeuge, Gebrauchsgegenstände, Pflegemittel, Kleidungsstücke, Dekorationsteile; abertausende Gegenstände umgeben uns.

Für heute gibt es keine besondere Aufgabe.
Heute wollen wir uns einfach nur einmal wieder bewusst werden, was uns alles ohne große Schwierigkeiten zur Verfügung steht.
Vielleicht sieht heute jemand zum Beispiel seine Zahnbürste einmal mit einem anderen Blick. Kurz einmal innehalten, betrachten und überlegen, welche Ressourcen zur Herstellung gebraucht wurden, was in Zukunft damit passieren wird, und ob es wirklich so eine Selbstverständlichkeit für alle ist.

Ich wünsche allen eine Frohe Weihnacht.

Dienstag, 23. Dezember 2014

Der Cleane Adventkalender ~ 23

Bald ist es soweit, bald ist Weihnachten!
Und ich bin mir sicher, an diesem Tag davor haben alle schon eine Menge an Vorbereitungen anstehen.
Vielleicht gibt es aber noch das Eine oder Andere, das nicht aufgelistet oder übersehen wurde, oder einfach noch (einmal) etwas Aufmerksamkeit braucht. Los geht's!
Ansonsten ist die Zeit gekommen, all unser Putzmaterial in Augenschein zu nehmen.
Haben wir die Gummihandschuhe im vergangenen Monat verschlissen? Haben wir irgendwelche Putzmittel aufgebraucht? Hat sich etwas davon als besonders hilfreich oder nutzlos herausgestellt?
Heute kommen die Putzlappen und -tücher gesondert in die Waschmaschine. Davor wird aber noch der Staubsauger selbst gereinigt. Einmal noch wird der Putzkübel heiß ausgewaschen und verstaut.
Und dann gibt's eine Belohnung.

Samstag, 13. Dezember 2014

Der Cleane Adventkalender ~ 22

Wer aufmerksam mitgelesen hat, dürfte schon bemerkt haben, dass wir bislang nur fünf Seiten des Raumes behandelt haben. Aber sechs Seiten hat der Quader!

Richtig, heute widmen wir uns den Böden. Intensiv.

Dass zwischendurch immer wieder der Staubsauger zum Einsatz gekommen ist, vermute ich. Wahrscheinlich wurde auch bereits aufgewaschen. Aber jetzt wird es wirklich gründlich, in der Form, dass Möbel gerückt werden, um an alle Seiten, Ecken und Kanten zu kommen.

Auch Bodenpflegemittel werden nach dem Reinigen aufgetragen, das heißt Parkett und Laminat bekommen ihre Creme ab.
Fliesenfugen werden besonders gut geschrubbt, und in manchen Ecken wird man wohl nicht darum herum kommen, auf die Knie zu sinken und sie höchstpersönlich sauberzurubbeln.
Wer einmal eine dezente Wut verspürt, kauft sich Fugenreinigergel und hebt sich eine alte Zahnbürste auf. Auch ein alter Bürstenkopf einer elektrischen Zahnbürste funktioniert - sogar effektiver und handgelenkschonender. Irgendwo hier habe ich in der Sparte "Ordnungsschrift" genauer beschrieben, was dann folgt.
Die Wut benötigt man übrigens als Energiequelle, um dieses Projekt mit Hochdruck angehen zu können.

Nach diesem Brocken an Arbeit dürfen, nein müssen, wir jetzt mächtig stolz auf uns sein. Und ich darf verraten, dass es der letzte große Brocken vor Weihnachten war. Wir haben es mehr oder weniger geschafft. Prost!

Der Cleane Adventkalender ~ 21

Einmal noch geht es intensiv an die Küche, bevor der Weihnachtstrubel beginnt.
Was noch ansteht sind die Abwasch, der Geschirspüler, der Wasserkocher und die Kaffeemaschine – also die Küchengeräte im Allgemeinen und Besonderen.

Nach dem Motto "Verkalkt sind die Anderen" wird Essigwasser im Wasserkocher erhitzt, stehen gelassen, und nachher einfach ausgewischt. Essig ist meiner Erfahrung nach stärker als Zitronensaft, und eine große Entkalkungshilfe.

Es heißt, wenn das Spülbecken sauber ist, sieht die ganze Küche gleich viel sauberer aus. Kalkablagerungen lassen sich dadurch vermeiden, dass man nach jedem Ausspülen die Abwasch trockenreibt. Und ein Versuch hat gezeigt, dass Tropfen leichter abperlen und das Spülbecken schöner glänzt, wenn man es nach dem Trocknen ab und zu mit Speiseöl poliert.

Der Geschirrspüler bekommt eine erfrischende Ladung Spülmaschinenreiniger, und seine Türklappe darf besonders gut gereinigt werden. Ist das Sieb auch wirklich sauber? Und vielleicht bekommt die Maschine auch ein Hängerchen, das Duft verströmt. Klarspüler und Regeneriersalz darf im Bedarfsfall auch nachgefüllt werden.

Geschirrspülschwämme kommen mit den Geschirrtüchern in die Waschmaschine (und wenn sie gar nicht mehr taugen, werden sie zu Schuhpolierschwämmen), und die Spülbürste darf ab und zu im Geschirrspüler eine Runde mit dem Geschirr mitbaden.

Der Countdown läuft, und wir können jetzt wirklich schon richtig stolz auf dei Ergebnisse sein!

Der Cleane Adventkalender ~ 20

Die Küche, die Küche, die Küche. Noch immer die Küche. Und heute geht es an die Küchengeräte. Der Herd und der Backofen, die Mikrowelle, und als Gast kommt heute auch die Waschmaschine dran. Damit ist aber nicht der Geschirrspüler gemeint.

Wieso die Waschmaschine? Weil sie es wahrscheinlich braucht. Sie wird nicht nur rundherum gereinigt, sondern bekommt eine Ladung Waschmaschinenreiniger in den Schlund. Und auch die Lade, in die Waschmittel und Weichspüler kommen, wird sorgfältig gesäubert.

Während die Waschmaschine vor sich hin reinigt, bekommt der Herd seine Abreibung. Ceranfeldreiniger am Besten mit Küchenpapier auftragen und abwischen, und auch die Herdknöpfe dürfen nicht vergessen werden.
Nicht alle Backöfen erfreuen sich einer Selbstreinigungsfunktion, aber auch sie verdienen heute besondere Aufmerksamkeit. Das betrifft auch Backbleche, Grillroste und sonstiges Zubehör, das im Backofen lauert.

Und nachdem die Küche (und eigentlich schon die ganze Wohnung) jetzt schon viel besser aussieht, wäre es doch nett, Freunde auf einen kleinen Punsch oder Weihnachtskaffee einzuladen. Heuer noch! Es muss ja kein Riesenadventevent sein, aber geteilte Freude ist bekanntlich doppelte Freude!

Der Cleane Adventkalender ~ 19

Willkomen zurück in der Küche!
Dieses Mal sind die anderen Schränke dran: die Küchenkasteln, deren Türen, die Regale.
Und der Dunstabzug. Was wir allerdings noch in Ruhe lassen sind die Küchengeräte. Alles zu seiner Zeit.

Das Innenleben der Schränke könnte jetzt auch rigoros aussortiert werden - Gewürze werden zum Beispiel mit den Jahren auch nicht besser, und man bekommt einen Überblick, was man für's vorweihnachtliche Keksebacken auffüllen muss.Vielleicht findet sich auch angeschlagenes Geschirr und Tassen und Töpfe die man nie verwendet. Aber Achtung, um Weihnachten könnte verstärkter Küchengerätgebrauch aufkommen!

Besonders die Griffe bereiten mir immer wieder Stirnrunzeln. In der Küche kommt durch Dunst und Staub immer viel zu schnell zu viel zusammen. Natürlich säubert man die Arbeitsflächen regelmäßig, aber ehrlich gesagt steige ich eher selten auf die Leiter, um die Oberseiten der Schränke gründlich zu reinigen.
Ein guter Fettreiniger empfiehlt sich hier, oder die Kraft des Essigs. Auch Freund Cif hat wieder einen verstärkten Auftritt, um die klebrigen Ablagerungen loszuwerden.

Vielleicht hat man die Weihnachtsbäckerei mit dem Nachwuchs vollzogen – wenn nicht, empfiehlt sich das eher doch, bevor man das heutige Programm angeht.

Jetzt ist auch die Zeit, schön langsam länger Haltbares für Weihnachten und die Feiertage einzukaufen. Wir alle wissen ja, wie es am 24. vormittags zugeht.
Und nicht vergessen, Belohnungen nachzukaufen!

Der Cleane Adventkalender ~ 18

Der Endspurt naht! Und man möge gewarnt sein: Es wird jetzt ziemlich viel Zeit in der Küche verbracht werden.

Ich sag jetzt nicht unbedingt, bitte den Tiefkühler abtauen. Hier machen wir die Türchen auf, nicht die Tore weit. Obwohl, wenn aus dem Eisfach schon der Weihnachtsmann grüßt, wäre es aus Platz- und ökonomischen Gründen allein schon angebracht, wieder einmal zu enteisen. Mit der Abtaufunktion. Oder einem Topf kochenden Wassers. Der Kühlschrank selbst ist wieder ein Fall für Freund Essig.

Selbstverständlich muss dazu alles zuerst einmal ausgeräumt werden, und ausräumen heißt auch immer, kritisch kontrollieren und gegebenenfalls dezimieren. Wie sieht's mit dem Ablaufdatum aus, und verstellen Dinge kostbaren Platz, obwohl man sie nie verwendet weil man sie eigentlich nicht mag? Für das Weihnachtsessen darf auch schon Aufbewahrungsplatz eingeplant werden. Und ist dann noch genug Platz, um Getränke für den Weihnachtsabend einzukühlen?

Für heute ist es dann schon genug. Morgen kommen wir wieder.
Heute steht nur noch das Menü Stolz sein-Freuen-Belohnen auf der Speisekarte.

Der Cleane Adventkalender ~ 17

Heute brauchen wir zuerst einmal gute Musik und bequeme Kleidung, denn es könnte einem Aerobic-Workout nahekommen.
Heute werden nämlich die Vier Wände abgestaubt. Eigentlich die Fünf. Denn die Decke kommt auch dran.

Mit dem Staubwedel (ich habe, wegen unserer wunderbaren Raumhöhe und meiner limitierten Körpergröße, einfach ein Holzstangel als Verlängerung an meinem Staubwedel befestigt) werden alle Wände systematisch abgewischt, und nicht nur, sondern auch, die Ecken. Etwaige Bilderrahmen bitte vorher abhängen, damit es keine splitternden Unfälle gibt! Man möchte nicht glauben, wie sich Staub auch an den Wänden festzukrallen versucht.

Für den, wie wir hier sagen, Plafond ein Staubtuch um einen Besen wickeln und die Decke abwischen. Natürlich geht das auch mit der Firma Swiffer, aber so geputzt hat man schon vor deren Produkteinführung. Etwaiges Spinnengetier kann man mit Haarspray stunnen und/oder einsaugen, oder versuchen es einzufangen und in die Freiheit zu entlassen. Auch hier eröffnet sich vielleicht wieder eine Möglichkeit, dem Partner die Chance auf ein Schnapserl zu geben.

Besonders piccobello wird es, wenn Flecken und Fahrer weggewaschen oder überpinselt werden. Man muss schließlich nicht gleich den ganzen Raum ausmalen (vielleicht ist das ein Punkt, der auf die 2015er-Liste kommt), wenn es schon einen Unterschied macht, Alltagsgebrauchsspuren zu entfernen. Ja, ich schau dich an, Lichtschalterumgebung, ich weiß dass du da bist. Du kriegst auch noch deine Abreibung mit dem Schmutzradierer.

An sich klingt es nicht nach viel Arbeit, aber wenn man sich die Quadratmeter ausrechnen möchte, sieht man, dass man sich die Belohnung redlich verdient hat.
Stolz sein!

Der Cleane Adventkalender ~ 16

Hinter diesem Türchen versteckt sich unter Umständen eine Menge Arbeit. Je nachdem, wie die Wohnung ausgestattet ist, und wie intensiv man sich am Anschluss belohnen möchte. Denn heute sind die Regale dran – Bücherregale, Aufbewahrungssysteme, einfach alles, was einen offenen Aufbau mit Etagen und Brettern, die die Welt der Dinge bedeuten, darstellt.

Dazu gibt es zwei Varianten: Man lässt alles dort wo es ist, und staubt bloß gewissenhaft ab und schrubbt die Regalflächen an den Seiten.
Oder aber, man räumt alles ab, entstaubt und säubert es, reinigt das Regal an allen Seiten, und schlichtet alles wieder ein. Vielleicht findet sich auch das eine oder andere Dekorationsstück, das lieber verstaut als immer wieder abgestaubt wird.

Leichter gelingt dieses Vorhaben mit Musik. Und vielleicht stößt man auf ein Buch, das man schon länger nicht mehr in der Hand gehabt hat und wieder lesen möchte. Oder man wundert sich über Bände, die man sich jetzt gar nicht mehr kaufen würde. Ab zu Amazon damit, oder in einen Offenen Bücherschrank, oder, wenn einem jemand einfällt dessen Geschmack es tatsächlich wäre, ab ins Geschenkspapier. Auch Büchereien nehmen vielleicht Buchspenden entgegen.

Und jetzt ist es wirklich Zeit, mächtig stolz zu sein und sich zu freuen wie ein Schneekönig! Und die Belohnung darf nicht vergessen werden, in welcher Form auch immer sie daherkommt.

Der Cleane Adventkalender ~ 15

Dieser Tag steht unter dem Motto "It's so cute to compute". Heute sind nämlich die Elektrogeräte dran, die statikbedingten Staubmagneten Numero Uno.
Fernseher, Computermonitore, Tastaturen, Fernbedienungen, Modems, Drucker, Abspielgeräte, Stereoanlagen, Lautsprecher – einfach alles was am Stromnetz hängt und Angst vor Wasser (und Cif) hat. Inklusive der Steckdosenverkleidungen!

Antistatische Staubtücher empfehlen sich, und nur ganz leicht angefeuchtete Microfasertücher. Jeder weiß mittlerweile, dass Bedienfelder ein Paradies für Bakterien und Mikröbchen sind, und manchmal sieht man es ihnen auch ein bisschen an. Touchscreens und Plasmabildschirme sind besondere Diven und dürfen nur mit ihren persönlichen Reinigungsmitteln gepflegt werden. Dazu gibt es eigene Sprays und Tücher, und für Knopferlgeräte eine eigene glibbrige Masse, die den Schmutz aus den Ritzen zieht.

Aber bitte Vorsicht: Das Gerät am Besten abstecken bzw. zumindest ausschalten, bevor es gesäubert wird. Und was mit Batterien betrieben wird, braucht vielleicht auch einmal frischen Akkunachschub.
Und da ohne die Kabel oft nicht viel los ist, darf man sich diesen auch etwas intensiver widmen. Säubern, entwirren, vielleicht nach dem Organisieren zusammenrollen und den Kabelsalat etwas schlichten, und alle Steckplätze wieder festigen. Und sind die Steckdosenplätze effizient genutzt und entstaubt?

Computerstandgeräte brauchen es von Zeit zu Zeit, geöffnet und vorsichtig ausgesaugt zu werden. Wem das zu heikel ist, staubsaugt zumindest von außen in die Lüftungsschlitze rein.

Die Küche interessiert uns allerdings noch nicht! Außer vielleicht der Radioapparat, falls sich dort einer befindet.

An dieser Stelle können Kinder leider nicht mithelfen, aber vielleicht springt die Männerwelt alarmiert auf und reißt ungefragt die Arbeit an sich.
Und jetzt freuen! Vielleicht sogar darüber, dass man doch keine (neue) Brille braucht, nachdem festgestellt wurde, dass die Bildqualität auf dem sauberen Bildschirm doch besser erscheint.
Freude!

Der Cleane Adventkalender ~ 14

Nach der Halbzeit sieht es ja schon ganz schön gut aus! Dennoch erwarten uns noch einige Brocken, die ich bis gegen Ende hin aufgehoben habe – aus reiner Faulheit, damit sie kurz vor Weihnachten gerade frisch erledigt sind.

Heute aber sperren wir uns einmal für ein Stündchen im Badezimmer ein. Nein, nicht um dezent einem verzweifelten oder hysterischen Heulkrampf angesichts der sich immer enger drehenden Adventsspirale gen Weihnachtsabend zu frönen, sondern um ungestört jedes kleines Ding in die Hand zu nehmen und es, gemäß seines Standortes, zu reinigen.

Von den Schränkchen und Kästen im Großen bis hin zu dem Auswechseln von Zahnbürsten und Abwischen von Badeschaum- und Duschgelflaschen ist alles drin. Vielleicht hat sich beim Badewannenputzen schon ergeben, dass alte und nicht so gern verwendete Flaschen bereits geflogen sind. Hat man einen Ventilator oder Dunstabzug im Bad, wäre es an der Zeit, den Filter zu wechseln. Auch das Sieb im Haarfön nicht vergessen!

Haarbürsten können (und sollen) mit ein wenig Haarshampoo im Handwaschbecken gewaschen werden – nachdem sie enthaart wurden. Seifenspender sehen auf Grund ihres massiven und seifigen Arbeitseinsatzes oft auch nicht gerade ansehnlich aus, und Massagehandschuhe dürfen in die Waschmaschine.

Es gibt so viel Kleinteile im Badezimmer, und wegen der Kombi Feuchtigkeit+Seife+Staub sehen sie leider viel zu schnell nicht frisch und, wie man in meinen Breitengraden zu sagen pflegt, "g'schnäuzt und 'kampelt" aus.

Übrigens verwende ich schon lange keine Seifenstücke mehr. Soll heißen, nicht im Ganzen.
Immer wieder findet man wunderschöne, duftende Seifen: Stücke. Und wie schnell sehen sie grauslich aus und flutschen herum. Dazu hab ich einmal hier im Blog geschrieben, wie einfach es ist, sie einzuschmelzen und Flüssigseife daraus zu machen.
Und auch mit den oft unansehnlichen ("Einweg") Seifenspendern aus dem Drogeriemarkt hat es bei mir ein Ende: Ein schönes Schraubglas (natürlich entleert und ausgewaschen) bekommt ein Loch in den Blechdeckel, in das der Zapfhahn eines alten Plastikseifenspenders gesteckt wird.
Außer natürlich, man kauft sich einen designten, den man wiederbefüllt.

Aber ich schweife ab. Am Ende soll einfach alles sauber und einladend aussehen, mit frischen Handtüchern bestückt (die man auch gerne einmal wieder genauer unter die Lupe nehmen könnte: sind sie noch hübsch und ansehnlich, oder wär's mal wieder Zeit für ein neues Set).
Dann nämlich ist es wirklich Zeit, sich zu freuen, stolz zu sein – und sich zu belohnen.

Freitag, 5. Dezember 2014

Der Cleane Adventkalender ~ 13

Diesmal geht es ab ans Bett. Ans Bett, nicht ins Bett.
Schöne, frische Bettwäsche für alle! Und wenn das Bett gerade frisch überzogen ist? Dann erspart man sich die restliche Prozedur dennoch nicht. Die Matratze wird nämlich rundum abgesaugt, oben nach unten und hinten nach vorne umgedreht, und der Rahmen wird saubergeschrubbt.

Wer die Möglichkeit hat, die Pölster zu waschen und zu trocknen, sollte das jetzt tun. 
 
Auch der Bettwäschevorrat sollte einmal kritisch betrachtet werden: Theoretisch benötigt man pro Bett nicht mehr als zwei Garnituren (ausgenommen sind auslaufsaltrige Kinder), und abgelegene Modelle dürfen gerne aussortiert werden - diese Textilien brauchen eine Menge Platz.

Und besonders der Platz unter dem Bett wird jetzt penibel gesaugt und gewischt - inklusive dem Lattenrost. Übrigens darf sich der Partner in Crime eine Belohnung verdienen, indem wieder einmal allfällige Schrauben nachgezogen werden. Nach dieser Anstrengung schläft sich's wahrscheinlich gleich viel besser und tiefer.
Freuen und belohnen nicht vergessen!

Der Cleane Adventkalender ~ 12

Heute ist der Tag des Porzellans. Bad, Waschbecken, Dusche, WC, sie kommen alle dran. Hat man einen Duschvorhang, kommt der zuerst einmal in die Waschmaschine, und bekommt zum Spülvorgang einen Schuss Essig dazu. Und dann wird geschrubbt was das Zeug hält - wirklich bis in alle Ecken und Winkel. Essig hat sich wieder einmal bewährt, um Kalk und Seifenreste zu entfernen - Duschkabinentüren und Fliesen winken schon in Richtung Essigwasser und Microfasertuch.

Sollte der Duschkopf angekalkt sein, füllt man in ein Plastiksackerl Essigwasser und steckt den Duschkopf über Nacht hinein. Mit einem Gummiringerl festbinden, damit sich nichts heimlich der Marinade entzieht. Die Abflüsse kann man auch mal wieder enthaaren, und mit kochendem Wasser durchspülen.

Hoffentlich hat jetzt niemand den Spiegel vergessen! Und den Klobesen! Entweder man lässt ihn in heißem Chlorwasser einweichen, oder besorgt einen neuen. A propos "grauslich": Die Klobrille wird natürlich auch mit Cif geschrubbt. Auch deren Unterseite. Na, war doch gut, Gummihandschuhe im Haus zu haben.

Nach getaner Arbeit gibt's die obligatorische Belohnung (freuen, stolz sein, naschen), und ein schönes Wannenbad oder eine heiße Dusche. Warum aber die Badewanne schrubben, wenn man nachher ein Schaumbad drin nimmt? Nun, man isst schließlich auch lieber von sauberen Tellern, oder ist das nur bei mir so. Außerdem lassen sich vorgereinigte Bäder leichter nachwischen. In meinem Bad ist immer ein Microtuch stationiert, mit dem ich faulerweise immer nebenher trockenwische.

- Und Tine Wittler erstrahlt in neuem Glanz.

Der Cleane Adventkalender ~ 11

Den Esstisch abwischen tut wohl jeder, aber heute geht's um Bauch-Bein-Po, das heißt, rundherum werden Tische und Sessel geputzt!
Und auch die Tischtücher bzw. Tischsets werden gereinigt, sprich gewaschen, und vielleicht von etwas Adventlichem abgelöst. Stiefkindlich behandelte Untersetzer dürfen auch nicht vergessen werden. Der Couchtisch kommt im Zuge dessen genauso an die Reihe.

Die Vorgehensweise ist mittlerweile ja schon Routine: Abräumen, abstauben, sauberwischen, gegebenenfalls mit Möbelpflege einlassen. Nicht vergessen werden dürfen die Tisch- und Stuhlbeine, und auch die Unterseiten. Ganz ehrlich: Wie oft wurden die Unterseiten der Tische und Sessel in der letzten Zeit schon genau gereinigt? Gut, nächste Frage.

Und zwar: Was gibt's denn heute Schönes als Belohnung? Denn das war's schon wieder für dieses Mal.
Da kommt Freude auf!

Der Cleane Adventkalender ~ 10

Da wir das Opti ja schon gestern vielleicht in der Hand hatten, kommt es heute gleich noch einmal zum Einsatz. Es geht hier heute nämlich um Holz.
Alle Holzmöbel werden heute gewischt und eingelassen. Da wir es nicht übertreiben wollen, geht es jetzt einmal nur um den Korpus, sprich die Außenseiten. Entstauben, wischen, optisieren.

Aber Möbel sind nicht die einzigen Dinge aus Holz, die uns unmittelbar umgeben. Hat vielleicht jemand eine Brotdose aus Holz... oder Schneidbretter, oder Holzkochlöffel...
Alles, was zum Essbereich gehört, wird allerdings mit speisefestem Mineralöl großzügig eingelassen (der allbekannte Schwede hat auch so ein Fläschchen im Angebot). Haben Schneidbretter vielleicht Stockflecken? Diese kann man voher mit feinem Schlefpapier abschmirgeln.

Um keine ölige Sauerei zu veranstalten, empfiehlt sich Küchenpapier einerseits als Unterlage (auch danach als Auffang, während das holzige Stück luftig aufgestellt auftrocknet und das Mineralöl einzieht), aber auch dafür, das Öl einzumassieren. Und Achtung auf die Kleidung! Öl macht schließlich... ja. Fettflecken.

Große furnierte Möbel werden heute auch saubergewischt. Schränke, Kästen kommen auch dran, wenn sie laminiert sind. Besonders viel gute Musik brauchen wir da für die Oberseite. Ja, ich weiß. Dafür lassen wir das Innenleben mal schön in Ruhe. Das heißt, außer es packt jemand der Überschwang. Dann wird es aber vermutlich eine Tag-Nacht-Aufgabe.

Nach dieser Anstrengung ist klar was kommt: Großer Stolz und helle Freude. Und die Belohnung darf schon angemessen großzügig ausfallen.

Der Cleane Adventkalender ~ 9

Diesmal brauchen wir viel gute Musik, denn es könnte etwas langwieriger werden. Auch Freund Opti dürfte höchstwahrscheinlich zum Einsatz kommen, denn es geht um die Oberflächen!
Oberflächen? Damit sind all jene Oberflächen gemeint, auf denen sich ganz wie von selbst Dinge ansammeln. Kästchen, Schränkchen, Beistelltischchen – einfach alles, wo einem Möbelstück auf wundersame Art Kleinigkeiten aus dem Kopf wachsen.
Vielleicht gibt es ja auch Haushalte, wo diese Oberflächen sich einer Vollglatze erfreuen, doch erfahrungsgemäß verhält es sich ja eher nicht so.
Wir gedenken heute allerdings nicht der Regale und Wohnzimmertische, auch der Küche und Badezimmerschränkchen nicht! Eher dem Fernsehtischchen oder der Kommode im Schlafzimmer.
Alles klar?

Und los geht's. Alle Oberflächen werden abgeräumt, entstaubt, gewischt, poliert – und dann wird überlegt, ob auch alles, was sich vorher darauf befunden hat, auch wirklich dort sein muss. Und ob man jedes davon unbedingt immer wieder in die Hand nehmen will, um es abstauben und abwischen zu wollen.
Wen absolute Nacktheit dennoch irritiert, der hat jetzt die beste Gelegenheit, vielleicht doch etwas Weihnachtliches aufzubauen. Nach Neujahr darf es dann saisonal bedingt wieder abwandern – dann ist es höchstwahrscheinlich auch längst schon wieder so weit, dass über die Stellfläche wieder drübergewischt werden muss.

Eine weitere Empfehlung ist das Weihnachtsalbum "... and Christmas for all!"
Und ja, es ist kindertauglich, und nein, ich mache keine bezahlte Promotion. Ich finde das Album bloß sehr gelungen, und es ist bei uns jedes Jahr dabei.

Und jetzt freuen! Und stolz sein! Und ordentlich belohnen!

Der Cleane Adventkalender ~ 8

Gratulation! Wir haben in der ersten Woche schon eine Menge geschafft! Selbstverständlich haben wir redlich verdient, uns auf die Couch zu setzen und uns auszuruhen. Aber werfen wir einen genaueren, kritischen Blick... Jawohl, die Couch. Das Fauteuil. Die Chaiselongue. Und sonst sämtliche gepolsterten fremdsprachigen Sitzmöbel (und auch die deutschsprachigen – nicht dass sich da eines ausgenommen fühlt).
Alles was gepolstert ist, kommt dran! Das betrifft auch euch, Sofakissen und Fläzpölster!

Zuerst wird einmal alles gründlich abgesaugt. Handelt es sich um ein Schlafsofa, wird es nicht drum herum kommen, auseinandergeklappt zu werden, damit auch die fiesen geheimen Ritzen entstaubt werden. Und die Rückwand nicht vergessen! Gepolsterte Bänke sind genauso gemeint, und wenn es dazu ein Fach unter der Sitzfläche gibt, dann muss diese wohl auch dran glauben und wird ausgeräumt, ausgesaugt, und ausgewischt.

Die Polsterflächen werden wieder sauber und duftig, wenn sie mit Schmierseifenwasser abgerieben werden. Nicht tropfnass, aber feucht genug, dass man sich während der Trockenzeit leider nicht draufsetzen kann. Dazu ein kleiner Nachtrag: Befinden sich in der Wohnung kleine Flickenteppiche, dürfen sie mittlerweile, bevor es an die Sofas etc. geht, in die Waschmaschine. Nicht zu groß, nicht zu schwer, nicht zu heikel, dann passiert ihnen und der Waschmaschine auch nichts. Wer Kuscheldecken auf dem Sofa hat, darf diese auch mal wieder durchwaschen.

Tja und was nun? Sämtliche Sitzflächen sind feucht? Ganz einfach: Man schnappt die Familie, packt sie warm ein, und geht auf den Adventmarkt, um die Belohnzeremonie auswärts zu absolvieren.
Guter Plan?
Und wenn alle wieder zurück sind, ist die Couch wahrscheinlich auch schon wieder besitzbar.
Freuen! Stolz sein! Gemütlich machen!

Der Cleane Adventkalender ~ 7

Heute wird uns bestimmt ganz warm. Denn heute kommen sämtliche Heizungen an die Reihe, und alles was mit ihnen zu tun hat. Dazu zählt auch die Therme, und auch etwaige Luftbefeuchter, die vielleicht an der Heizung klemmen. Letztere sollte man mit Essig reinigen, um Verkalkungen loszuwerden.
Aber jetzt einmal langsam, und beim Anfang beginnen.

Die Heizungen. Vor dem Putzen wird die Temperatur runtergedreht, dafür Musik aufgedreht, denn bekanntlich putzt es sich dann leichter, und man verbrennt sich nicht am Heizkörper.
Zuallererst empfiehlt es sich, die Heizungen abzustauben (was man vor dem ersten Aufdrehen schon gemacht haben sollte, damit der erwärmte Staub nicht vor sich hin glost). Eine Thermenwartung und das Entlüften der Geräte hat im Idealfall auch schon vor dem ersten Inbetriebnehmen diese Saison stattgefunden. 
Dann werden sie gut geputzt, und zwar in alle Rillen hinein. An sich war es das für's Erste schon wieder, wenn es doch nicht so viele wären. Aber gut, man will schließlich auch nicht frieren.

Und da jetzt vielleicht doch noch ein bisschen Zeit bleibt, nimmt man sich eine Orange oder zwei, und zwar nicht wegen der Vitamine, sondern wir stecken Gewürznelken hinein und spicken so die Orangen, und legen diese dann auf die Heizung. Weil sie so hübsch aussehen und so gut duften, vor allem wenn sie auf dem Heizkörper erwärmt werden.
Sollte auf der Heizung nicht genug Platz sein um die Orange draufzulegen, kann man sie ja auch aufs Fensterbrett auf einen Teller stellen. Oder sonstwo dekorativ aufbauen. Das Spicken können übrigens gerne auch die Kinder übernehmen – die Heizung zu putzen leider nicht, aber es werden sicher noch einige Gelegenheiten kommen, bei denen man den Nachwuchs einbinden und die Aufgabe teilen kann. Dafür gibt's dann aber auch eine Belohnung – die ohne Alkohol natürlich.

Ach ja, und nicht vergessen: Die Heizung wieder aufdrehen! Und freuen! Und belohnen natürlich!

Der Cleane Adventkalender ~ 6

Diesmal geht es an den Klassiker - die Fenster. 
Bitte nicht stöhnen, sondern lieber die passende Musik aussuchen!
 
Zuerst kommen einmal die Vorhänge in die Waschmaschine. Und während die Maschine wäscht, werden die Fenster nach und nach sauber - mit heißem Schmierseifen- oder Essigwasser. Die Fensterrahmen nicht vergessen (siehe Türen-Putzprogramm), und auch die Fensterbretter nicht. Und alles, was sich darauf befindet. 

Angesichts der knappvorweihnachtlichen Temperaturen und der draußen vorherrschenden Dunkelheit kann man ohne großen schlechten Gewissens diesmal die Fensteraußenseiten vernachlässigen. Ach was, selbst das Fensterglas spielt hier nicht die Hauptrolle wie sonst. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Peripherie.

Was zu den Hauspflanzen führt, die oft auf den Fensterbrettern wohnen: Sie dürfen alle entstaubt und versorgt werden, und mit ihnen auch gleich alle Wohnungspflanzen, wo immer sie sich befinden. Die Töpfe und Übertöpfe nicht vergessen! Und ja, auch künstliche Pflanzen möchten entstaubt werden.

Bevor die Vorhänge fertig sind und wieder aufgehängt werden, lässt sich noch etwas Weihnachtliches ins Fenster stellen. Zeit dass das erledigt wird; was soll sich denn das Christkindl denken, wenn es kommt um sich die Briefe abzuholen. Dafür hat's dann auch schön sauberen Platz, um ein Zuckerl für den Absender zurückzulassen, ohne stauballergische Asthma-Attacken erleiden zu müssen. 

Übrigens ist Arbeitsteilung nie verkehrt. Geteilte Aufgabe bedeutet aber auch vermehrte Belohnung. 
Und jetzt: Unbedingt stolz sein und freuen!

Sonntag, 30. November 2014

Der Cleane Adventkalender ~ 5

Angeblich steckt Herr Nikolaus etwas in die Stiefel, sofern sie schön geputzt sind. Damit uns das nicht entgeht, sind heute die Schuhe an der Reihe!

Am Besten geht das mit einem ausrangierten Putzschwamm, mit dessen weicher Seite man die Schuhpaste (oder das Lederfett) auftragen und auf Hochglanz polieren kann, vorausgesetzt es handelt sich um Glattleder. Rauleder darf nach dem Bürsten mit Imprägnierspray behandelt werden, Sportschuhe landen in der Waschmaschine, und alles was kein Winterschuhwerk ist, wird wegverstaut. Ganz ehrlich, demnächst wird es nicht mehr warm, diese Zeiten sind für's Erste einmal vorbei.

Das Schuhregal selbst, der Schuhkasten, die Abtropftasse, all das kommt jetzt gründlich dran. Alles soll aussehen wie neu; das ist das Ziel!
Es heißt, ein Filterbeutelchen mit Backpulver neutralisiere Gerüche im Schuhschrank. Schaden kann es jedenfalls nicht.

Jetzt darf er gerne kommen und Nachschub einfüllen. Das haben wir uns sichtlich verdient.
Und nicht vergessen: Stolz sein, freuen und belohnen!

Der Cleane Adventkalender ~ 4

Diesmal geht es um reine Schreibtischarbeit. Hurra, kein Putzkübel?
Weit gefehlt. Wir arbeiten heute am Schreibtisch. Wörtlich.

Papierberge? Krimskrams? Schokoladenpapierl? Teetassen? Schnapsgläser? Und darunter und dazwischen höchstwahrscheinlich Staubscribblepads?

Aufgeräumt, entstaubt, geputzt, und gegebenenfalls mit Möbelpolitur gepflegt werden heute sämtliche Arbeits- und Schreibtische. Damit sind allerdings nicht die Küchenarbeitsflächen gemeint, und auch nicht die Hobelbank im Schuppen, keine Sorge.

Praktischer und beabsichtigter Nebeneffekt: Jetzt ist Platz, um Weihnachtskarten zu schreiben (vielleicht sogar selbst zu gestalten), Geschenkanhänger zu beschriften, und was noch in dieser weihnachtlichen Richtung ansteht.

Und wer keine analogen Weihnachtsgrüße zu versenden pflegt, könnte es jetzt doch einmal wieder versuchen. Wo doch wieder Platz ist und sozusagen alle Stifte gespitzt sind. Oder ein Brief ans Christkind! Schließlich darf sich jeder mal was wünschen. Wer nicht fragt, bekommt nicht.

Schön dazu ist ein gutes Glas Wein. Glühwein vielleicht? Und die Weihnachtskerzen im kürzlich polierten Kerzenständer. Oh du Fröhliche.

Morgen geht es wieder ein bisschen mehr ans Eingemachte, bzw. ans Eingelassene. Wichtig: Stolz sein und freuen!

Der Cleane Adventkalender ~ 3

Nachdem wir durch unsere wunderbar saubere Tür getreten und heimgekommen sind, werfen wir erst einmal die Berge von Vermummungsmaterial ab. Jacken, Schals, Hauben, Handschuhe, Mäntel – die Haufen sind kaum überschaubar. Dann kommen noch diverse Taschen dazu... und das Durcheinander ist komplett.
Doch wo Durcheinander und Haufen sind, versteckt sich die nächste Aufgabe: die Garderobe.

Ob es jetzt eine Hakenleiste, ein Kleiderständer oder ein ganzer Wandverbau ist: ganz ehrlich, wie oft reinigt man da schon gründlich. Ja wenn es nachher Schokolade oder ein Bierchen gibt, dann schon. Also los geht's.

Da man ja nun erst einmal alles ab- und ausräumen muss, kann man gleich aussortieren, was nicht der Jahreszeit entspricht, nicht mehr gefällt oder passt, oder einfach nicht wirklich verwendet wird. Vielleicht wären auch neue Kleiderhaken schöner?
Wenn in der nächsten Zeit dann doch Besuch hereinschneit, kann man ihm ganz entspannt zeigen, "wo er sich aufhängen kann".

Und weil dies hoffentlich eine vergleichsweise kleinere Aufgabe ist, gibt es noch rasch einen Themenwechsel: Mistkübel!
Dass der Müll weggebracht wird ist ja nichts Außergewöhnliches, aber die Müllbehälter zu reinigen, das ist wieder etwas Anderes. Rundum, also auch innen und an der Unterseite, aus- und abwaschen, am Besten mit Essigwasser, das Gerüche neutralisiert (wenn sein eigener Geruch erst mal verflogen ist).

Vielleicht ist der Likör danach dann wirklich verdient, aber so soll es auch sein.
Prost!, und: Glückwunsch!

Der Cleane Adventkalender ~ 2

Das Nächste was wir, besonders in dieser Jahreszeit, vermehrt in Gebrauch haben, ist Licht. Außerdem brauchen wir es, um besser sehen zu können, wo der Schmutz hängt. Also widmen wir unsere Aufmerksamkeit den Lampen: den Lampenschirmen, Ständern von Bodenlampen, Nachttischlampen – einfach allem, was eine Lichtquelle darstellt (ausgenommen Taschenlampen, danke).

Musik an, und Come on baby, light my fire!

Jetzt wird abgestaubt und saubergewaschen was das Zeug hält, und gut aufgepasst, damit Strom und Wasser kein vorzeitiges Feuerwerk auslösen, und sich niemand an heißen Glühbirnen verbrennt.

Kabel von Stehlampen dürfen auch gerne wieder einmal durch einen Schwamm gezogen werden, und anschließend bekommen sämtliche Lichtschalter ihr Cif ab.

Da Licht aber nicht immer unbedingt elektrisch sein muss, werden auch gleich eventuelle Kerzenständer und -halter gesäubert und neu bestückt, und Duftlämpchen, vorausgesetzt sie sind nicht aus Holz, dürfen mal wieder rasch in den Geschirrspüler, schließlich sind sie hitzebeständig.

Papierlampenschirme sollten mit dem Haarfön abgestaubt werden - ein zu kräftiger Sog in die andere Richtung durch einen zu enthusiastischen Staubsaugermodus oder ein zu furioser Staubwedelschwung könnten die Stimmung zutiefst verdunkeln.

Übrigens ist es praktisch, einen Notizblock parat zu haben, um im Zuge des Adventkalenders notieren zu können, ob etwas zu besorgen, ersetzen oder reparieren ist. Nicht jetzt. Kein Stress. Machen wir lieber eine Neujahrsvorsatzliste draus.

Nachdem alle Lichter wieder gleißen und funkeln, ist das Tagesleckerli verdient. Prost-Mahlzeit! Und nein, wir nehmen davon nicht zu. Immer wieder gibt's doch diese schlechtgewissigen Auflistungen, welche Hausarbeit wie viel Kalorien verbrennt. Wir können hier also nur dreifach gewinnen!

Und morgen geht's an die so genannte Visitenkarte des Hauses. Und nein, es ist nicht die Toilette. Noch nicht.

Der Cleane Adventkalender ~ 1

Heute beginnen wir mit dem Ersten. Dem Ersten was man sieht. Noch bevor man bei der Tür reinkommt. Na? Genau. Die Wohnungstür. Und deren Rahmen. Wir wollen schließlich Türchen öffnen, da liegt es doch auf der Hand.

Dazu brauchen wir die Standardkombi Kübel (mit heißem Wasser), Putzschwamm, Putztuch, Gummihandschuhe (ich brauch die zumindest; es soll ja Leute geben die lieber ihre Finger einschrumpeln lassen und den Schmutz fühlen wollen). Und Cif.

Viel mehr müsste ich gar nicht schreiben, die Aufgabe ist klar. Aber zuerst einmal die Heizung runterdrehen. Uns wird nämlich warm werden. Dafür, und das gilt für jedes Türchen, empfiehlt es sich, Putzmusik aufzudrehen. CDs, YouTube, iPod, Schallplatte, was auch immer, aber Musik hilft ungemein. Und nicht nur beim Saubermachen.

Warum aber gleich am Anfang so eine Plackerei, und nicht milde beginnen? Damit man gleich was sieht und geschafft hat. Ganz simpel. 

One-Two, One-Two-Three-Four:
Mit befeuchtetem Schwamm und Cif vorschrubben, halbnass abwaschen, mit dem Tuch trockenreiben. Auch die Türstöcke. Wir machen das nämlich gleich bei allen Türen in der Wohnung.
Wer Glastüren hat, kann dieses Glas auch gleich säubern, wenn vielleicht auch nicht unbedingt mit der Scheuermilchmethode.
Wer Holztüren hat, hält sich mit dem Cif zurück und wischt sie nur leicht feucht, darf sie dann aber gleichmäßig mit Opti massieren.

Nicht übergehen: die Kanten, besonders die Oberkante. Da legt sich der Staub in Trauerrändern an, wie gemein.
Und bitte nicht die Türklinken vergessen, und besonders deren nahes Drumherum. Wie viel Schmutz dort klebt, merkt man immer erst, wenn's wieder sauber ist.

Das geschieht ja leider nicht so schnell wie es sich schreibt. Dafür kann man jetzt eine kleine Deko an die Tür hängen. Muss ja nicht zwangsweise kitschig sein. Nightmare before Christmas ist durchaus legitim. Oder subversive Ostereier.

Und jetzt: Stolz sein und freuen. Nicht vergessen. Und! Eine Portion Lieblingsnascherei. Und eine vom Lieblingsalkohol. Das haben wir uns verdient. Nachdem wir uns die Hände eingecremt haben. Gummihandschuhhände sind nämlich grausig.

Samstag, 29. November 2014

Der Cleane Adventkalender 2014

Ich möchte heuer allen einen Adventkalender schenken. Einen Cleanen Adventkalender. Das heißt, jeden Tag im Dezember öffnet sich ein Blog-Türchen, hinter dem sich eine Tagesaufgabe befindet. Aber keine Sorge, nicht nur das. Und am 24. erfreuen wir uns alle einer sauberen Wohnung. Ho Ho Ho.

Hey, was sind das jetzt plötzlich für spießige Ansinnen. Weihnachtsputz nach BoboBloggerArt, noch dazu so unverblümt.
Aber gar nicht spießig. Sonst machte man das jedes Wochenende und zuckte jetzt bloß mit den Schultern.

Wozu eine saubere Wohnung zu Weihnachten, mich kommt eh keiner besuchen? Eben drum. Aber dazu kommen wir noch. Und ist es nicht schön, auf spontanen Besuch vorbereitet zu sein - ich denke da an Mittermayers Zeugen Jehovas, nur dass es bei uns eher die Sternsinger sind. Die man dann von der properen Türe vergraulen kann. Doppelschreck.

Heute ist gerade noch genug Zeit, die benötigten Utensilien zu besorgen, sofern man sie nicht schon im Haus hat.

Wir brauchen Gummihandschuhe. Und Putzfetzen. Schon mehrere davon. Putzschwämme. Apfelessig. Flüssige Schmierseife. Küchenrolle. Einen Staubwedel und einen Staubsauger. Mit leerem Staubsack. Eine Bodenbürste am Stiel. Mistsäcke. Und Cif. Cif ist wichtig. Waschmaschinenreiniger, Waschmittel, und vielleicht ein Mikrofaserputztuch. Und Opti. Dieses Holzpflegemittel.
Und dann die Lieblingssüßigkeiten. Und den Lieblingsalkohol. Und noch ein zweites Paar Gummihandschuhe. Hab ich schon Putzkübel geschrieben? Brauchen wir auch. Einen Kübel halt. Muss ja kein patentiertes Wischsystem sein. Einfach ein Kübel, in den Wasser reinkommt. Kein Stress jetzt.

Ach ja: Natürlich kann man auch nur alle paar Tage aufmachen und alles auf einmal reinschaufeln. Wie im richtigen Leben. Aber dann wird einem wahrscheinlich schlecht. Wir wollen's ja nicht übertreiben.

Sonntag, 9. November 2014

Die Ikonen

Es ist wirklich an der Zeit, dass ich meine wichtigsten persönlichen Ikonen, geistig und visuell, zusammenfasse.

Vanessa Redgrave. Die Art, in der sie gealtert ist, bestätigt ihren Status als meine Ikone. Helen Mirren ist eine großartige Schauspielerin, aber bei Redgrave werde ich zuerst einmal ganz still.

Tilda Swinton. Als wäre David Bowie eine britische Schauspielerin. Nicht unbegründet nenne ich sie in nahezu dem selben Atemzug. Swinton und Bowie, meine ich. Und Redgrave.

Annie Lennox. Aller guten Britinnen sind drei. Und auch hier kommt David Bowie wieder ins Spiel: Wer der beiden Duett im Freddie Mercury Tribute Konzert nicht kennt, hat etwas nachzuholen. Als ich das erste Mal von ihr erfahren habe, wurde ich ganz stolz darüber, dass es sie gibt.

Bereits erwähnt wurden David Bowie und Freddie Mercury, selbst Ikonen, deren Musik zu hören ich nie müde werden kann, deren Konzertmitschnitte ich immer wieder schauen kann, und die mich, auch optisch, immer wieder inspirieren. Jahrtausendmusik ist das, einzigartig und genial.

Wer ihren persönlichen Stil als Ausdruck und Bedürfnis lebt und nicht aufgrund von promitiongepushten Images, sind Cyndi Lauper und die wunderbare Nina Hagen. Man spürt einfach den Unterschied zwischen aufgesetzt und gewachsen. Bei Stefani Germanotta bin ich mir noch nicht vollkommen sicher, aber zu Madonna Ciccone habe ich meine ganz eigene Meinung.

Weiters unbeirrbar, ob nun zur gleichen Zeit als best- und worst-dressed tituliert, sind Helena Bonham Carter und Björk Guđmundsdóttir. Man kann sagen was man will, aber eine gewisse Faszination ist ihnen nicht zu Unrecht einfach nicht abzusprechen. 
Vivienne Westwood ist für mich der logisch nächstfolgende Name.

Glatte, saubere, ausdruckslose Gesichter können mir nichts sagen. Aufgepfropfte Kostüme und Shows machen keinen Eindruck bei mir, können mich nicht beeindrucken. Wie könnte ein "Star" von der Stange mich inspirieren?
Gut, mein persönlicher Geschmack dürfte nicht so ganz dem Mainstream entsprechen. Das tun meine Ikonen auch nicht.
Aber sind sie nicht einfach großartig.

Samstag, 8. November 2014

Ich kann mich wirklich nicht beschweren.

Kurz vor 18 Uhr an einem Samstag sagt das 10jährige Kind, Oh, ich hätt jetzt gern einen Sojapudding.
Und mit meiner Erlaubnis geht er und kauft sich einen.

Ich kann mich nicht beschweren.
Der Sohn kennt sich aus, verirrt sich nicht, passt auf der Straße auf, zählt sein Wechselgeld, macht keinen Blödsinn und hat relativ bescheidene Wünsche.

Wir haben innerhalb von 5 Gehminuten alles, was wir brauchen. Der Supermarkt hat mehr als wir benötigen, und samstags bis 18 Uhr geöffnet.

Unsere Finanzen sind limitiert, aber ich manage sie so, dass ich im Fall solcher außertourlichen und spontanen Wünsche nicht überlegen und ablehnen muss.

Das Kind hat Lust auf Sojapudding und geht, um sich einen zu kaufen.
Ich kann mich nicht beschweren.
Dieses Begebnis ist für viele Leute nicht der Rede wert. Aber für wie viele ist es schlichtweg undenkbar.

Mittwoch, 24. September 2014

Adopt-a-Pupil

Ich weiß nicht, inwiefern es den Leuten aufgefallen ist, dass die Schule wieder begonnen hat. Jedenfalls ist wieder mehr los in den öffentlichen Verkehrsmitteln und auf den Gehsteigen, vor allem in der Früh, um halb 8 herum. Schulkinder auf dem Weg, oft in Grüppchen, aber oft auch alleine.

Ich mache einen Vorschlag all denen, die zur selben Zeit unterwegs sind:
Adoptiert gedanklich eines dieser einzelnen Schulkinder. Schaut auf sie, wenn sie die Straße überqueren wollen. Sperrt den ganz jungen unter ihnen vielleicht sogar eine vielbefahrene ungesicherte Straße, damit sie sicher hinüber können. Schaut auf sie, wenn sie alleine in der U-Bahn oder der Straßenbahn sitzen. Achtet ein bisschen auf sie, damit im Fall des Falles jemand rechtzeitig reagieren konnte. Es passiert nicht immer etwas, aber es kann immer etwas passieren. Seid ihr anonymer, geheimer Schutzengel, der ein Auge auf sie hat.

Freitag, 15. August 2014

Mary Sockwools

Wenn man Dinge nicht immer so verwendet wie für das, wofür sie vorgesehen waren, können da schon mal Haus-Mary-Janes (aus Sockenwolle) dabei herauskommen.

Donnerstag, 14. August 2014

11 Tage im NI'emandsland ~ 11

Ich packe meinen Koffer und...
... nehme mit, was ich am Liebsten anziehe und was der Witterung entspricht, und was ich jeden Tag brauche; in der Früh, am Abend, in der Nacht. Was brauche ich täglich, brauche ich wirklich? Passen meine alltäglich verwendeten Gegenstände nicht alle in einen Koffer?
Und was, wenn der Koffer unterwegs verloren ginge? Wäre alles problemlos zu ersetzen? Wie persönlich sind meine persönlichen Besitztümer eigentlich? Wäre es ein großer Neustart, wenn diese wichtigsten Dinge gleichzeitig ersetzt würden?
Und was, würde der Koffer vertauscht, und man hätte den einer anderen Person zu behalten und zu verwenden? Wie fremd würde man sich fühlen, und wie lange? Wann würde man sich anpassen?
Hiermit verabschiede ich mich mit den Worten,

Mittwoch, 13. August 2014

11 Tage im NI'emandsland ~ 10

Das kleine mag/mag nicht.
Pfundmünzen sind dicker, wiegen also schwerer in der Tasche.
Dafür haben sie verschiedene Motive, und man kann zusehen, wie über die Jahrzehnte die Schwerkraft auf die Wangen der Königin eingewirkt hat.
Die Architektur ist so besonders ansprechend, vor allem die älteren Gebäudegenerationen.
Leider wirken die Häuser auf Grund Ihrer Innenausstattung technisch dermaßen zusammengeschustert und instabil, dass man das Gefühl bekommt, es wäre sehr viel mit Pappendeckel gearbeitet worden - was sich bei dem feuchten Klima nicht all zu gut bewährt.
Meine Güte, was gibt es hier für Leckerbissen, vorausgesetzt man kann Meeresfrüchte ausstehen. Bloß die Angewohnheit, alles in Butter und Schmalz zu ertränken (Stichwort Schweinswürstel), ruft in einem den Heißhunger auf eine Gemüsediät hervor.
Noch ein paar Funfacts.
Etwa 2/3 der Frauen die ich im Einkaufszentrum gesehen habe, waren schwanger. Jene im schwer zu schätzenden Alter zwischen 20 und 30. Durchschnitt: Drittkind.
Mit dem Taxi zu fahren zahlt sich für mehrere Personen mehr aus als die Fahrt mit dem Bus. Nicht weil der Bus so teuer ist. Taxifahren ist relativ günstig. Besonders in Relation zu Wiener Taxis.
Zigaretten kosten dafür das Doppelte. Darum schwören die Meisten auf DIY.
Schuluniformen sind aus Stoffen mit Teflonanteil, und die Schuhe aus Kunstleder gefertigt. Den triftigen Grund zumindest letzteren habe ich bereits durchschaut.
Die Brennnesseln scheinen durch die Dauerberieselung Extrakräfte zu bekommen: Anfangs brennt und sticht die Berührung ein wenig, doch erst später, wenn man glaubt es wäre abgeebbt und vorbei, geht es erst richtig los mit dem Jucken und Brennen. Ob man hier wohl auch Brennnesselsuppe und -tee macht?
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Dienstag, 12. August 2014

11 Tage im NI'emandsland ~ 9

Wäre es nicht etwas absonderlich, hätte ich ein Foto gemacht von der wohl wunderhübschesten Kellnerin der Stadt. Ein Gesicht wie aus Biskuitporzellan, Mund und Augen wie aufgemalt.
Entlang des Kanals entsteht etwas, was dem Urban Gardening nachkommen will. Irgendwie herzig, da dies hier keine graue, unkrautfreie Großstadt ist, sondern die Natur sich ohnehin ungebremst ihren Weg bahnt. Wo Bäume aus Dächern wachsen und politische Fraktionen Gehsteigränder bemalen wirken Begriffe wie Guerilla Gardening und Urban Space etwas pervertiert.
Doch die frische Generation (2.0) sehnt sich auch nach internationalen Trends. Und muss sich glücklicherweise zur Zeit weniger Sorgen machen um echte Munition, sondern wie das nochmal genau geht, dieses Yarn Bombing.
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Montag, 11. August 2014

11 Tage im NI'emandsland ~ 8

Ohne viel Herumzureden.
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Sonntag, 10. August 2014

11 Tage im NI'emandsland ~ 7

In der etwa eine halbe Busstunde entfernten Stadt gibt es eine Gebrauchtbuchhandlung. Und wenn die auch noch zusperrt, fahre ich nicht mehr dort hin.
Jedenfalls gibt es eine Auswahl paradiesischen Ausmaßes, die Preise sind fast zum Schämen niedrig, und ich finde dort regionsbezogene Ausgaben. Meine Zielsektion ist die der Kindheits- und Jugenderinnerungen von Personen aus diesem Land, vorzugsweise Städter und aus dem zeitlichen Rahmen der vergangenen 50 bis 80 Jahre.
Die Volksseele werde ich wahrscheinlich nie wirklich verstehen können; sie muss so sehr anders sein, wegen der so unterschiedlichen Hintergründe.
Wenn also Jugendliche nächtens ein Treffen an der Siedlungsmauer abhalten und früher oder später eine Rauferei ausbricht, kann ich nicht einschätzen was Spielerei ist und was Ernst. Wie ihre Regeln sind, ihre Grenzen, ihre Rituale. Oder ob es überall so ist und ich es bloß nicht kenne.
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Pussy Patrol NTA

Samstag, 9. August 2014

11 Tage im NI'emandsland ~ 6

Es kommt mir nicht nur so vor, und es kommt nicht nur mir so vor:
Immer mehr Geschäfte schließen hier, immer mehr Häuser stehen zum Verkauf und leer. Und wenn hier ein Haus unbewohnt ist, werden die Fenster mit Brettern vernagelt. Oder alten Metallplatten.Das sieht schon etwas beklemmend aus, wenn gleich mehrere Häuser in einer Gasse oder einem Häuserblock derart verbarrikadiert sind.
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Civic amenity compound.

Freitag, 8. August 2014

11 Tage im NI'emandsland ~ 5

Dieses Jahr...
... finde ich weitaus weniger Münzen auf der Straße, dafür jede Menge Knüpfgummibänder.
... habe ich noch gar keine Paragonfalken fliegen gesehen.
... fallen mir viele  geschlossene Geschäfte auf die ich üblicherweise aufgesucht hätte.
... fürchte ich ein wenig dass die Zeit zu knapp wird und wir es nicht an die Küste schaffen werden.
... sind die Brombeeren an den Straßen schon etwas früher reif und ich frage mich, ob sie überhaupt wer pflückt außer mir.
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This is a neighbourhoodwatch area.

Donnerstag, 7. August 2014

11 Tage im NI'emandsland ~ 4

Bekanntlich bin ich ja nicht der begeisterte Landmensch. Ich schätze eine sinnvolle Infrastruktur, bin aber deshalb auch kein eingefleischter Verfechter des Großstadtlebens.
Ja also was nun!
Beides, wie so vieles, hat seine Vor- und Nachteile. Weder hab ich Panik vor Viechern oder dass der Hosensaum gatschig wird, noch breche ich in schwärmerische Jubelschreie aus wenn ich einen Schmetterling erblicke.
- Oh diese gute Luft! (Wald-, Meeres-, usw.) Ja, sie riecht nach Schwammerl/Seetang/Jauche/Wasgradimmer, und klar ist das angenehmer als Autostauabgase. Aber in der Stadt fahr ich U-Bahn, hier ist man aufs Auto angewiesen.
Ich bin vom Land nicht fasziniert, weil das für mich halt nichts Besonderes, Erhabeneres ist. Ausgeprägte Landfans reizen mich daher ein bissel. So wie jene, die meinen nach der Berührung eines Grashalms Kind und Kegel waschen und desinfizieren zu müssen. Oder, beide Varianten in Einem!
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Enjoy feeding our birds but... Please wash your hands and use the sanitizer provided.

Mittwoch, 6. August 2014

11 Tage im NI'emandsland ~ 3

Einer der Gründe, warum man von Zeit zu Zeit das Land verlassen sollte, ist, durch den Tapetenwechsel ein bisschen aus der Selbstverständlichkeit der Regeln und Dinge im 24/7/365-Land zu kommen.
Dass die Unterschiede größer sind als vorgestellt, offenbart sich nur nach und nach. Gut, Offensichtliches wie die Verkehrsrichtung inklusive auf den ersten Blick von Geisterhand gesteuerte Autos wird erwartet. Dass man keine Gartenschläuche besitzt da es ohnehin täglich einmal gießt ist einleuchtend (und lässt einen denken, dass an der Scherzverwechslung mit Australien doch mehr dran sein könnte).
Doch dann kommen Hinweise auf Vor100Jahren. Und dass unsere Geschichtsbücher aus anderen Perspektiven geschrieben wurden. Andere Hintergründe, andere Details. Wir sagen Sarajevo, sie sagen Somme. Uns steckt der Zweite mehr in den Schädelknochen, und die geographischen Unterschiede werden unter der Lupe zum Geoclash.
Dass es im Vergleich andere Gesetze und Regelungen betreffend das Alltagsleben gibt, gerät langsam in den Hintergrund.
Man muss manchmal einen Schritt zur Seite treten und Abstand nehmen, um seinen eigenen Sumpf den man Zuhause nennt wieder wahrnehmen zu können.
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Are you OK for a bag?

Dienstag, 5. August 2014

11 Tage im NI'emandsland ~ 2

Was ich an sich nicht gerne tue, ist Shoppen. Es vereint zu viel davon was mich unter Druck setzt.
Hier ist es allerdings anders. Nicht, weil Urlaub ist und man im Urlaub doch entspannter (ist doch die allgemeine, aber widerlegte, Annahme). Sondern auf Grund der anderen Umstände:
Erst einmal, hier ist mehr Platz. Hier ist so viel mehr Platz, dass man Gebäude einfach verlassen vor sich hin verfallen lässt und stattdessen nebenan neu baut. Hier ist genug Platz. Platz für alle. Hier verteilen sich die Leute besser. Und Touristenströme, die gibt's hier nur vermindert. Einem Alpenrepublikler fällt das natürlich auf, so viel Platz. Dass gar nicht gedrängelt und gerempelt werden kann.
Weiters (um auf das Thema zurückzukommen) ist das Angebot hier natürlich auch anders. Nicht (nur) dass es mehr zu entdecken gibt, sondern dass es mehr meinen Geschmack trifft.
Und obendrein sind einzukaufende Dinge hier günstiger. Und nein, ich habe nicht vergessen umzurechnen. Wie das geht? Die Steuern höchstwahrscheinlich. Dass sie nicht so hoch sind. Ehrlich gesagt bin ich jetzt zu faul für fundierte  Recherche, aber dass in Österreich die Steuern höher sind, davon kann man ausgehen.
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Fliege hoch, bunter kleiner Steuerdrache!


Montag, 4. August 2014

11 Tage im NI'emandsland ~ 1

Erst am Flughafen fällt mir auf, dass ich mein Kalenderbuch nicht mitgenommen habe. Ich werde improvisieren müssen und hoffen, dass manche Adressen doch im Herold stehen. Ich schreibe nämlich noch Ansichtskarten.
Im Flugzeug wird das Kind von zwei Stewardessen streng befragt ob er fotografiert hätte. Das sei illegal. Das vermeintliche Stalker/Terroristenkind löscht zerknirscht seine Bilder von der Trockeneis-Belüftungsshow. Und ich filme Start und Landung aus dem Fenster. Weil die Erde niemand gehört.
Immer wieder ist es faszinierend, wie Wolken von oben oder innen aussehen. Die Formationen, die Schichten. Und die Welt sieht aus wie ein träge vor sich hin köchelnder Topf. An die Luftdruckunterschiede im Kopf werde ich mich aber nie gewöhnen können.
Am Rand einer Kleinstadt nahe der Grenze steckt ein Schild in einem kleinen Hügel. Stop strip searching republican prisoners. In dieser Kleinstadt wurde übrigens in den frühen 60ern das letzte Mal im ganzen Land (und nur auf Grund von Indizien) ein Mann gehenkt. Keine Sorge Österreich, nicht nur bei uns ist nicht alles eitel Sonnenschein.
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To open door, raise handle.

Sonntag, 27. Juli 2014

Notiz an mein Altes Ego: Wenn der Topf ohne Deckel...

Wenn der Kochtopf so eingebrannt ist dass die Kohleschicht dicker ist als der Topfboden!
Dann funktioniert am Besten, Wasser mit Waschmittel darin aufzukochen. Stundenlang, wenn's sein muss. Riecht zwar bestialisch, diese Mischung aus Verbranntem und Waschpulver, aber es löst die Schicht. Mit einem unheiklen Suppenlöffel kratze und schabe man ab und zu lockere Teile an und ab.
Ist die Waschmittelsuppe gesättigt und braun, einfach ersetzen und weiterkochen bis sich alles gelöst hat. Nachpolieren kann man mit einem feuchten Küchenschwamm und Salz. Et voilà.

Dienstag, 22. Juli 2014

Mag/Mag nicht

Was ich mag ist, wenn es heiß ist in der Stadt, und die Hausbewohner die Eingangstüren offen stehen lassen um vor dem Gewitter frischen Luftzug durchzulassen, in die Höfe und Gänge zu schauen. Gerade in Wien verstecken sich interessante Innenhöfe in von außen eher unscheinbar wirkenden Häusern. Google Earth offenbart mit seinem Blick von oben auch, was sich im Inneren verbirgt.

Was ich nicht mag, noch nie mochte und nie mögen werde ist, dass Autofahrer die Motoren ihrer geparkten Vehikel nicht abstellen. Es ist laut und stinkt, und nutzt, da keine Fortbewegung, nichts.

Motor ab und Haustür auf, und es fühlt sich an als wären alle in der Stadt meine Freunde.

Samstag, 19. Juli 2014

Schnelldurchlauf des heutigen Tages.




Dieses Mal in Unecht.

Ohne Worte.

Mein Freund Karli und ich.

Wie im Gymnasium: © diskutiert und Prof. stellt auf Durchzug.
Anspielung auf ein vor einigen Jahren noch undenkbares Begebnis.
http://www.bbc.com/news/uk-northern-ireland-28007153
It's the wrong throne, Gromit!
You're nicked!



Speaking of Queen...

Jene abseits des Rampenlichts machen bekanntlich die ganze Arbeit.

Darf ich mal ein Foto von uns?

Wart. du hast da was.

Ursachenforschung nach Beethovens Taubheit.

It is I, Anti-Botox-Girl!

Moment, da ham'S noch a leere Stelle.

Geh, der Kakao macht fett, gib den lieber mir.
Fischt bump, kchloar!

Von wegen Superagent...

Wird garantiert kein Kitschfilm, versprochen.

Das wollt Ihr nicht sehn.

Da steht aber nicht "awesome"!!

Ich zeig dir mal Vampir, Schnarchface.

Girls who stare at actors.
Noch irgendwelche Fragen?
Typisches Samstags-Discoklospiegel-Selfie mit BFF.

Make it stop!

Der Teufel, sag ich Euch! Der Teufel!

Gell, Marlene.

Wir sollten besser schon mal den Wagen holen, Harry.




Freitag, 11. Juli 2014

Ein Wettbewerb heißt darum so,

weil man sich bewirbt und mit ziemlicher Sicherheit drauf wetten kann, dass die Preise keinem Noname zugetragen werden.

Vor einigen Wochen fing es an: Die Presse, eine über 160 Jahre alte österreichische Tageszeitung, schrieb einen Gestaltungswettbewerb aus. Man möge unter dem Motto "Und Österreich bewegt sich doch" (Lüge? Oder: Wenn ja, wohin um Himmels Willen?) eine Briefmarke gestalten. Da die Teilnahme ungewohnterweise kostenfrei war, dachte sich mein graphisches Ego, Jo mei, das mach ich halt. Meldete mich an, gestaltete umher, und reichte ein, mit allem was gefragt war.
Und schaffte es nicht unter die elitären ersten 15.

Aber da ich mir nicht vergebens das Kreuz und die Augen aus-photoshopisiert haben möchte, stell ich jetzt einfach auch ganz unverfroren meine eigenen drei Entwürfe ins "Netz". Privat, autonom, und aus Spaß an der Freud'.
Unter meinen drei Sujets verleihe ich mir nun selbst Bronze, Silber und Gold, und lebe auch ohne Ruhm und fünftausend Euro weiterhin glücklich und zufrieden.

Entwurf Nr. 1 – Venus von Österreich

2014 gewinnt nach 48 Jahren wieder ein österreichisches Lied den Eurovision Song Contest: Conchita Wurst wird Kultfigur, bewegt Fans, regt aber auch Diskussionen an. Eine Frau mit Bart? Ein Mann im Kleid?
25.000 v. Chr. war das Frauenbild anders: Die „Venus von Willendorf“, eine Skulptur aus der Zeit, als Europa und seine Bewohner in Bewegung waren, entspricht nicht dem heutigen Frauenideal.
Dennoch haben Wurst und Venus etwas gemeinsam: Beide stammen sie aus Österreich und erlangten Weltruhm.


Entwurf Nr. 2 – Symbole in 100jährigem Wandel

In den vergangenen 100 Jahren bewegte sich in Österreich viel. Kriege und Krisen, aber auch technische Fortschritte veränderten das Land und seine Kultur. Man reihe Briefmarken aus den vergangenen Epochen aneinander und vergleiche: Von der Kaiserzeit zur Republik, von der Krone zum Schilling, zum Euro, bis hin zum aktuellen QR-Code, der die digitale Kommunikation symbolisiert, haben die letzten Generationen große Veränderungen durchlebt.
Österreich hat sich bewegt – und bewegt sich weiter.


Entwurf Nr. 3 – Spielberg : bewegt

Nach 11 Jahren kehrt die Formel 1 im Jahr 2014 nach Österreich zurück: Spielberg ist der Austragungsort, von dem weltweit gesendet wird, auf den die Welt blickt. Spielberg bewegt ganz Österreich: frischt den Rennsportenthusiasmus auf, zieht Sportfans an, bewegt Boliden wie auch die Menschen – und den regionalen Umsatz.
Für kurze Zeit nimmt der Umriss Österreichs, der sich in den letzten Jahrhunderten mehrmals geändert hat,
die Kontur der Rennstrecke an, und zeigt sich so auf dem Satellitenbild.


Aber hey, wer sich gerne eine dieser Marken "in Echt" aufs Kuvert picken möchte, darf das gerne tun: Unter dem Produkttitel "Meine Marke" kann man sich bei der Österreichischen Post eigene Briefmarken anfertigen lassen. Und nein, ich mache hier nicht Werbung für die Post, ich bekomme für die Erwähnung hier auch nichts bezahlt.

Mittwoch, 9. Juli 2014

Alles ist gut, alles wird besser.

Und dennoch bekommt man das Gefühl, dass es im ewigen Fluss weiterhin eher den Bach runter geht.

Man schlage eine Tageszeitung auf und lasse sich von den Lettern berieseln. Wenn es nicht nur die täglichen Berichte über Angriffe und Überfälle auf Personen oder Wertsymbole hortende Institutionen wären. Auch Politiker sind schließlich nur Menschen und klauen gemäß ihres Niveaus, beflegeln und streiten sich. Hände hoch, Handy her, Türe auf, Tresor leer. Es wird auch kräftig gerauft, gekämpft, gemordet, ohne Unterlass. Nicht nur im Grätzel, nach der Disco, sondern international. Es scheint mir als wolle sich die gesamte Menschheit am liebsten gegenseitig die Schädel einschlagen, wenn's sein muss mit Boden-Boden-Raketen.
Und plötzlich kommt auch im "Kleinen" (sprich, weltbewegend und lebenswichtig im Grund Irrelevanten) Vergeltungsverhalten auf, dessen Alternativen man schon im Kindergartenalter gelernt haben sollte. Wie du mir, so ich dir. Wenn also die Deutschen eine Generalmaut für nichtdeutsche Autofahrer beschließen, dann machen wir's ihnen halt auch. Weniger Einnahmequelle als trotzige Retourkutsche. Ellabätsch. Trotziges Retour-Ellabätsch schaukelt sich bekanntlich auf, und je enger sich die Aggressionsspirale eingedreht hat, desto weniger besteht die Chance auf ein erfolgreiches "Simmawiedaguuut?".

Simmawiedaguuut, das hat, in Kombination mit einem treuherzigen, reumütigen Blick, immer funktioniert, "als ich klein war". Ein Friedensangebot, das einfach nicht ausgeschlagen wurde. Ein Zauberwort, nach dem alles weggelöscht war, egal war wer angefangen hat oder wer ärger war, oder wer gemeiner. Alles vergessen und vergeben. Und alle Beteiligten erleichtert, weil die "Nichtmehrmeinfreund"-Phase einfach unbehaglich und bedrückend und, kurzum, anstrengend war.
Wenn sich nur auch "Erwachsene" in "erwachsenen" Positionen des Simmawiedaguuut bedienen könnten. Rechtzeitig, bevor sich die Aggressionsspirale zu drehen begonnen hat.

Aber, es gibt zum Glück auch gute Nachrichten.
An der Veterinärmedizinischen Universität Wien wurde die weltweit erste Krebstherapie für Hunde entwickelt.
Österreichs Pensionskassen vermelden ein erwirtschaftetes Plus von 5,14 Prozent im Vorjahr.
Die Familienbeihilfe wird das erste Mal seit 13 Jahren erhöht – um satte 4 %, das sind beispielsweise für ein 10jähriges Kind statt bisher € 189,30 pro Monat € 194,60, sage und schreibe acht Euro und dreißig Cent mehr.

Da können wir ja getrost bestürzte, schockierte und traurige Gedanken sofort beiseitewischen.
Alles ist gut. Und es kommt noch viel besser.


Dienstag, 8. Juli 2014

Ich könnte, aber...

Oder: Mein Sommerloch hab ich schon abgearbeitet.

Frei nach dem "Prolog" der Einstürzenden Neubauten könnte ich schreiben

Ich könnte schreiben über die Schrift, die ich eines Abends spontan und unvermittelt erfunden habe
die weltumfassend leicht verständlich wäre, da sie auf Mundform-Symbolik basiert
Ich könnte, aber

Ich könnte berichten über meine Idee, ein Stickersammelbuch über Wissenschafter herzustellen
mit verschiedenen Print-Effekten zur jeweiligen Person passend
Ich könnte, aber

Ich könnte schwärmen von den neuen Methoden der Kieferregulierung, die das Kind nun auskostet
die, hätte sie es früher schon gegeben, mir so manche Pein erspart hätte
Ich könnte, aber

Ich könnte Fotos zeigen die in den letzten Wochen entstanden sind
von verschiedensten kulturellen und visuellen Begebnissen, und von Anfertigungen meinerseits
Ich könnte, aber

Ich könnte mich ergehen in Lob und Sentimentalität über des Kindes letzte Schultage
und die Lehrerin, die meines Erachtens eine der besten der Stadt sein muss
Ich könnte, aber

Ich könnte klagen über ausgemerzte Krankheiten und Glücks- in Unglücksfällen
als das carbonifizierte Zuckergetränk meiner Hardwarekomponente den Garaus machte
Ich könnte, aber

Ich könnte erzählen über 1ooo Gedanken die in meinem Kopf aufblitzen wenn ich dem Protokoll nach etwas ganz Anderes tun sollte, und darüber wie sie nach Art üblicher Gewitterblitze in Sekundenschnelle wieder unsichtbar werden, und ihre Nachbilder auf der Netzhaut nicht sie selbst mehr genau wiedergeben; ich könnte sarkastische Kommentare die ich an anderer Stelle von mir gegeben habe rezitieren, kritische Stellungnahmen niederschreiben, meine Sicht und Ansicht zu Themen kundmachen
Ich könnte, aber

Ich hatte, ganz lapidar, eine Menge zu tun, eine Menge getan, und zwar noch immer eine mentale ZuTunListe, doch angesichts ihres ständigen Auf- und Anschwellens so einiges davon abhaken können. Auch das heurige Sommerloch. Das hab ich für mich schon im Juni erledigt.

Aber wer weiß, vielleicht komme ich ja doch noch einmal auf einen der obenstehenden Punkte zurück. Wenn er der perfekte Kreis ist zum Beispiel, oder so wund, dass er intensiverer Behandlung bedarf.